Das Mindset zählt – Weshalb Employer Branding eine Frage der Augenhöhe ist

HR und Geschäftsleitung sollten am gleichen Strang ziehen

München ist eine Stadt mit starken Unternehmen. Nicht nur Schwergewichte wie Siemens und BMW steuern ihre Konzerne von der bayerischen Landeshauptstadt aus, auch bekannte KMU sind hier beheimatet. Einige von ihnen entsandten ihre Personalverantwortlichen zum Meetup #2 der Human Resources Lounge. HRnetworx und Talentrix, die Veranstalter des Offline-Erfolgsformats, sowie Armin Hopp, Geschäftsführer des Location Partners Speexx, begrüßten etwa 30 Gäste.

Annemarie Zoppelt, Inhaberin von Talentrix und Mit-Initiatorin der HR Meetups schaute „Beyond the Tellerrand“ und verriet in ihrem Impulsvortrag, wie Employer Branding im Ausland gelingen kann. Die Gestaltung einer erfolgreichen Arbeitgebermarke unterliegt dabei besonderen Herausforderungen. Ihr Tipp: „Lernen Sie zunächst das Zielland, die Kultur und Gepflogenheiten richtig kennen. Und, ganz wichtig: Gehen Sie auf die jeweilige Zielgruppe ein und werden Sie digital sichtbar!“ Klingt einfacher, als es in der Realität ist. Denn nicht nur Sprachbarrieren gilt es zu überwinden.

Employer Branding ist nicht nur eine Aufgabe der Personalabteilung, sondern der Unternehmensleitung

Frank Rechsteiner ist Inhaber der Hype Group und Autor. Als Speaker des Münchener Meetups liegt ihm besonders die Authentizität von Employer Branding am Herzen. Eine starke Arbeitgebermarke benötigt natürlich und vor allem auch die Arbeitnehmer. Denn diese leben die Unternehmenswerte und tragen sie als Botschafter nach außen! Nicht selten kommen neue Mitarbeiter durch die Empfehlung Bekannter, die bereits in der Firma tätig sind, als Fach- und Führungskraft ins Haus. Mundpropaganda im besten Sinn des Wortes.

HR und Geschäftsleitung sollten am gleichen Strang ziehen

Die deutliche Ansage von Frank Rechsteiner: „Ohne eine klar definierte Unternehmenskultur funktioniert kein Employer Branding!“ Dazu müssen die oft gut gehüteten Blackboxen, also die Geheimniskrämerei um firmeninterne Informationen, für die Bewerber geöffnet werden. Denn welcher potentielle neue Mitarbeiter möchte wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg stehen und nur Bahnhof verstehen, wenn es um wichtige in- und externe Zusammenhänge einer Firma geht?

Die Diskussion: Mehr Rückgrat für HR!

Was wäre eine Diskussion ohne den Input von außen? Als Special Guest der Debatte „Employer Branding – Leitbild oder Leidbild?“ konnten die Veranstalter diesmal Susanne Sperrhake von Recruitcon gewinnen. In einem Heimspiel, die geschäftsführende Gesellschafterin stammt schließlich selbst aus Bayern, gab sie interne Einblicke in den Aufbau einer erfolgreichen Arbeitgebermarke – und plädierte für eine selbstbewusste HR.

Viele Personaler sind bis unter die Nasenspitze motiviert, die besten Fach- und Führungskräfte für das eigene Unternehmen zu finden. Sie haben den Willen, vom Wissen ganz zu schweigen, mit den Unternehmenslenkern über HR-Strategien zu diskutieren. Dennoch stellen sie das eigene Licht (zu) häufig unter den Scheffel. KPI könnten daran etwas ändern. Denn wer Ziele klar definiert und auch erreicht, stärkt auch das eigene Rückgrat. Und mit vielleicht einem zusätzlichen Mentor in der Konzernspitze kann dann auch die Bedeutung von zukunftsweisenden Aufgaben, die nicht ins Alltagsgeschäft fallen, dem obersten Management verdeutlicht werden.

Employer Branding gehört dabei definitiv auf die Agenda – nicht zuletzt mit Blick auf den immer bedrohlicheren Fachkräftemangel. Denn dieser trifft die deutschen KMU besonders hart und ausländische Spezialisten können bei einer gelungenen Employer Branding-Kampagne einfacher in heimische Unternehmen geführt werden. An dieser Stelle schloss sich an diesem Abend der Kreis zum Vortrag vom Annemarie Zoppelt.

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