Recruiting 4.0. - Fachkräftesicherung in Nordrhein-Westfalen

Warum der Blick über den eigenen Tellerrand hinausgehen muss

Angesichts der Konjunktur müssten die Unternehmen im Rheinland frohlocken. Etwa die Hälfte der Unternehmen bezeichnet ihre Lage als gut, die Auftragsbücher sind gefüllt und die Auslastungskapazität hoch. Eigentlich der Traum einer jeden Firma, wenn nicht ein Problem alle gleichermaßen betreffen würde – der Fachkräftemangel.

Fachkräftemangel bleibt Hauptrisiko der heimischen Wirtschaft

 In regelmäßigen Abständen befragen Institute die rheinischen Unternehmen zur wirtschaftlichen Situation. Die Sorge, nicht genügend Fach- und Führungskräfte zu finden, eint dabei. Neben der oft unklaren Nachfolgeregelung in vielen Betrieben bleiben schon jetzt viele Aufträge unerledigt, weil sie niemand bearbeiten kann. Geschichten von wochenlangem Warten auf einen Handwerkertermin kennen inzwischen fast alle.

Die Gründe für das Problem liegen zum einen in der Demographie – es gibt schlicht immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter. Zum anderen macht der hohe Akademisierungsgrad zu schaffen. Verkürzt dargestellt – immer mehr Häuptlinge, immer weniger Indianer. Nur wer soll die Arbeit in den Betrieben leisten?

Firmen in ländlichen Regionen fällt es im Gegensatz zu attraktiveren Metropolen noch schwerer, geeignete Kandidaten für offene Stellen zu finden. Wenn diese nicht gleich einen weiten Bogen um Deutschland machen – das Ausland gilt vielen als wesentlich besserer Arbeits- und Lebensmittelpunkt.

Fachkräftesicherung aus dem Ausland. Für den Großteil der klein- und mittelständischen Unternehmen immer noch Neuland.

Warum also nicht über den Tellerrand blicken? In den europäischen Nachbarländern lebt und lernt im Moment ein vom deutschen Mittelstand bislang fast unentdecktes Potential als Mitarbeitern.

Dennoch scheuen die Personalverantwortlichen die Einstellung nichtdeutschsprachigen Personals. Als Gründe hierfür werden vor allem Sprachbarrieren, Mentalitätsunterschiede sowie fehlende Zeit für Onboarding genannt. Die Integration erscheint als besonders zeitintensiv, sollen die neuen Kollegen doch nicht nur in den Betrieb eingegliedert werden, sondern ihnen auch eine private Perspektive geboten werden, damit sie sich langfristig an das Unternehmen binden. Die Verantwortlichen setzen alternativ vorerst noch auf Studienabbrecher sowie interne Weiterbildungen.

Wirtschaftsverbände und verschiedene Institutionen mühen sich seit langem, den Blick bei der Suche nach neuen Mitarbeitern über den Tellerrand hinaus gehen zu lassen. Viel zu oft stoßen sie dabei noch auf taube Ohren. Die sprichwörtliche Hütte brennt scheinbar noch nicht genug. Bis aus einem Schwelbrand ein Großfeuer wird, das die Unternehmen bis auf die Grundmauern niederbrennen kann, bedarf es allerdings nicht mehr viel Zeit.

Wie die Anwerbung von Fach- und Führungskräften im europäischen Ausland gelingen kann, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Recruiting 4.0. – Wie gelingt die Anwerbung von Spezialisten aus Europa?“.

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